Behandlung

Behandlung

Hunde mit Shunts werden in der Regel mit spezieller Diät und Medikamenten stabilisiert, um die Menge an Toxinen, die im Magen-Darm-Trakt produziert und aufgenommen werden, zu reduzieren. Hunde die besonders krank sind, benötigen vielleicht auch Infusionen, um den Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren, bei zu niedrigem Blutzucker Infusionen mit Glucose.Einläufe können helfen Darmtoxine zu entfernen, bevor sie aufgenommen werden, und Medikamente wie Valium können nötig sein, um Anfälle zu verhindern.

Diät: Da viele Toxine die im Darm produziert werden, vom Protein herrühren, ist es wichtig bei der Diät den Proteingehalt zu reduzieren. Normale Futter für Erwachsene und Welpen haben oft einen Proteingehalt zwischen 25 und 29%, und enthalten oft auch tierische Nebenerzeugnisse. Hunde mit einem Shunt brauchen qualitativ sehr hochwertiges Protein aus Milch und Pflanzen. Der Proteingehalt sollte auf 18% oder niedriger ( bezogen auf die Trockensubstanz )beschränkt sein. Die Diät soll leicht verdaulich, reich an natürlichen Antioxidanzien und niedrig in den Kupfer- und Eisenwerten sein

Lactulose: Viele Toxine, die im Darm aufgenommen werden, werden von normalen Darmbakterien produziert. Lactulose verändert den PH-Wert im Darm, und vermindert so die Aufnahme von Ammoniak und anderen Toxinen und schafft eine ungünstige Umgebung für die toxinproduzierenden Bakterien.Es wirkt auch abführend, so dass durch die schnellere Ausscheidung weniger Toxine aufgenommen werden können. Im Grunde ist Laktulose eine Zuckerlösung ( Milchzucker). Die Hauptnebenwirkung ist Durchfall. Die Dosis muß daher so angepasst werden, dass der Kot des Hundes weich, aber geformt ist.

Antibiotika: Wenn die klinischen Symptome nicht alleine mit Diät und Lactulose kontrollierbar sind, werden Tierärzte oft Antibiotika verschreiben, um die Anzahl der toxinproduzierenden Bakterien im Darmtrakt zu reduzieren. Antibiotika sind ebenfalls notwendig, wenn der Hund eine Blasenentzündung hat.

Können Hunde mit Shunts ausschließlich mit Medikamenten behandelt werden ?

Eine medikamentöse Therapie kann einen Lebershunt nicht heilen. Sie hilft die klinischen Symptome zu kontrollieren. Bei den meisten Hunden verbessert sich der Zustand mit passender Diät und Medikamenten sofort, und ungefähr ein Drittel der Hunde, die so behandelt werden können damit auch realtiv lange leben. Unglücklicher Weise wird aber die Hälfte der Hunde die nur medikamentös behandelt werden, für gewöhnlich innerhalb von 10 Monaten nach der Diagnose eingeschläfert, aufgrund von unkontrollierbaren neurologischen Syptomen, wie Anfälle, Verhaltensveränderungen, und fortschreitender Leberschädigung. Hunde denen es unter der Langzeitbehandlung realtiv gut geht sind gewöhnlich älter, wenn sie diagnostiziert werden, haben ein normaleres Blutbild und haben weniger schwere klinische Symptome.

Eine Operation bietet den meisten Hunden die einzige Chance auf ein langes und gesundes Leben.

Operation

Im Prinzip wird ein portosystemischer Shunt behandelt, indem man ihn operativ verschließt. Die Operation erfordert Spezialisten mit viel Erfahrung. Bei den meisten Hunden ist es nicht möglich den Shunt sofort komplett zu verschließen, da die Leber oft unterentwickelt ist, und auch die Blugefäße innerhalb der Leber oft nur wenig entwickelt sind, und sich nicht so schnell öffnen. Bei einem kleinen Prozentsatz von Hunden ist die Pfortader schlecht ausgebildet und in seltenen Fällen fehlt sie ganz.

Die am häufigsten angewendete Methode zum Verschluss des Shuntgefäßes ist die Ligatur. Der Shunt wird mit Nahtmaterial nicht ganz, aber soweit wie möglich geschlossen. Das Shunt Gefäß zuviel zu verschließen kann zu portalem Hochdruck führen, zu viel Auflassen bringt einen unzureichenden Effekt. Ist die OP aufgrund der Gegebenheiten nicht ausreichend erfolgreich gewesen, kann man ca. 2-3 Monate später, wenn sich die Leber entwickelt und an den Blutfluß gewöhnt hat erneut operieren.

Eine weitere Methode ist, um das Shunt Gefäß einen “Ameroid Constictor Ring” zu legen. Ein “Ameroid Constrictor” ist ein Metallband mit einem inneren Ring aus getrocknetem Casein, einem Milcheiweiß. Im Körper nimmt der innere Ring, normale Flüssigkeit auf und schwillt dadurch an, und verschließt auf diese Weise das Shuntgefäß. Zusätzlich wird durch den Ring eine Entzündung bewirkt, die ebenfalls den Verschluss des Gefäßes unterstützt. Die Zeitspanne innerhalb der das Gefäß durch den Ameroid Constrictor Ring verschlossen wird, schwankt zwischen wenigen Tagen und drei bis vier Wochen. Der Metallring bleibt auf Röngenaufnahmen und ähnlichem immer sichtbar.

Der Constrictor wird heute seltener benutzt, statt dessen wird häufiger ein “Cellophanband”  eingesetzt. Das Band wirkt als Fremdkörper und durch eine körpereigene irritative entzündliche oder fibroplastische Reaktion, soll sich das Shuntgefäß langsam verschließen. Beide Varianten erreichen oft keinen vollständigen Verschluß des Shuntgefäßes.

Die Shunt OP erfordert in der Regel einen stationären Klinikaufenthalt von ca. 4 Tagen. Nach der OP wird der Hund intensivmedizinisch überwacht.

Die Kosten für die Operation eines extrahepatischen Shunts liegen bei ca. 2000 € .

Intrahepatische Shunts sind schwieriger zu finden und zu schließen, als extrahepatische Shunts.

An der Uni Gießen wurde ein minimalinvasives Verfahren entwickelt, bei dem eine odere mehrere Spiralen “Coils” im Shuntgefäß verankert werden und dieses verschließen sollen. Es handelt sich um eine aufwendige und teure Methode, die aber beim intraheptischen Shunt Vorteile bringt und eine sehr gute Alternative darstellt.

Komplikationen:

Es bestehen die gängigen Risiken die eine große Operation durch Narkose etc. mit sich bringt.

Eine der häufigsten Komplikationen ist das Entstehen eines portalen Hochdrucks. Dies geschieht, wenn sich die Leber dem ansteigenden Blutfluß nicht anpassen kann. Der Druck innerhalb der portalen Blutgefäße erhöht sich dann. In manchen Fällen kann dies zum Tode des Tieres führen. Es gibt verschiedene Faktoren, die diesen portalen Hochdruck verursachen können.

Ein geringer Prozentsatz der Hunde kann nach der Operation Anfälle bekommen. Diese Anfälle treten gewöhnlich innerhalb der ersten drei Tage nach der OP auf. Die Ursache ist noch unbekannt, und man kann auch nicht vorhersagen bei welchen Hunden es auftritt.

Bei Hunden mit intrahepatischen Shunts sind Komplikationen häufiger.

Nach der Operation:

Die Überlebensrate der Operation liegt bei über 90%.

Die Langzeit-Erfolgsrate liegt bei ungefähr 85%. Ca. 15% der Hunde haben auch weiterhin Probleme, möglicherweise, weil die kleinen Blutgefäße innerhalb der Leber auch abnormal sind. Diese Hunde entwicken für gewöhnlich “multiple erworbene Shunts” und müssen lebenslang mit proteinarmer Diät und Lactulose behandelt werden.

In den meisten Fällen wird die erste Zeit nach der Operation die proteinarme Diät fortgeführt. Unter Umständen wird der Tierarzt aber auch eine individuelle Diät verschreiben. Mit dem Verschließen des Shunts wird auch die Leber anfangen zu wachsen und oft innerhalb von 2-4 Monaten ihre normale Größe erreicht haben.  4-12 Wochen nach der OP ist eine Nachuntersuchung notwendig um zu sehen ob der Shunt komplett geschlossen ist.

 

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 Viele Informationen auf diesen Seiten, stammen ,nach freundlicher Genehmigung der Autoren, und freier Übersetzung aus “Liver Shunts - Common Questions and Answers” - Prof. Dr. Karen Tobias      und  “Levershunt” - Marijke de Vries.